Laut einer aktuellen Befragung des Instituts für betriebswirtschaftliche Analysen, Beratung und Strategie-Entwicklung (IFABS) in Düsseldorf messen Ärzte den Online-Bewertungsportalen für Ärzte eine viel geringere Bedeutung bei, als die Patienten es tun. “Es hat sich gezeigt, dass die Bewertungsportale für die meisten Ärzte eine Modeerscheinung sind, die langfristig keine Bedeutung hat”, sagt IFABS-Leiter Klaus-Dieter Thill in der “Ärzte Zeitung” . Das ist seiner Meinung nach eine Fehleinschätzung. Gerade auch weil sich Krankenkassen zunehmend in diesem Segment engagieren, werde die Zahl der Einträge auf den Portalen weiter zunehmen.

Gerade die fehlende statistische Relevanz führen die Ärzte als Grund für ihr fehlendes Interesse an, verkennen dabei aber, das diese aus Sicht der Patienten eher unwichtig ist, so Till.

Es ist bemerkenswert, daß die Ärzteschaft die Bedeutung des Internets immer noch systematisch unterschätzt. Natürlich wird es auch hier so sein, wie in vielen Branchen zuvor. Diejenigen, die sich am schnellsten an die neuen Spielregeln anpassen, werden profitieren.

Parallelen zu anderen Branchen

2000 glaubte kaum jemand an die Relevanz von Hotelbewertungen. Inzwischen gehören Bewertungsplattformen zu den wichtigsten Vertriebs- und Marketingkanälen der Hotels. Verglichen damit steht dem Thema “Arztbewertungen” der große Boom noch bevor.

Bewertungen in Verbindung mit einem konkreten Preis geben den Patienten die Transparenz, die sie sich wünschen, aber bisher nicht zu erfragen trauten.

Fazit für Ärzte

Für Ärzte, die auf Dauer mit ihrer Praxis erfolgreich sein wollen, kann das Fazit nur lauten, dass Arztbewertungsportale im Internet ein wichtiger Teil der Praxismarketings werden müssen. Die Patienten werden immer online-affiner und Bewertungen im Internet geniessen ein hohes Vertrauen. Ärzte, vor allem in den Großstädten, die diese Entwicklung nicht ernst nehmen, werden schnell abgehängt werden.

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